Umsiedlung, Verlegung von Nestern und Einfluglöchern

Der Einsatz von professionellen Bekämpfungsmitteln stellt eine zuverlässige und Kosten sparende Methode dar, um  störende oder bedrohlich wirkende Wespennester abzutöten. Die verschiedenen Bekämpfungsmittel enthalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Wirkstoffen. Die Wirkstoffe sollten entsprechend der örtlichen und räumlichen Gegebenheiten ausgesucht werden, um einen maximalen Behandlungserfolg bei minimaler Gesundheits- und Geruchsbelästigung für die Bewohner zu erzielen.

Nicht immer muss ein ganzes Wespenvolk abgetötet werden. Es besteht häufig auch die Möglichkeit die Wespen mit dem Nest in Waldgebiete umzusiedeln. Dort können sie dann ungestört ihre ökologische Aufgabe erfüllen.

Eine Umsiedlung eines Nestes ist im Allgemeinen teurer als die Bekämpfung, da mit dieser Arbeit auch ein höherer technischer und zeitlicher Aufwand verbunden ist.

Eine Verlegung des Einfluglochs könnte sich dann als Alternative erweisen, wenn sich der Einflugbereich z.B.  an Terrassen, am Schlaf- oder Wohnzimmerfenstern befindet.

Einige Schutzmaßnahmen können schmerzhafte Kontakte mit Wespen vermeiden oder lindern helfen: Wenn ihnen bekannt ist, dass sie auf Wespengifte allergisch reagieren, tragen sie immer das von ihrem Arzt empfohlene Gegenmittel bei sich (Beachten sie bitte auch die Herstellerangaben).

Durch das Anbringen von Fliegengittern vor Fenstern, Balkonen oder Terrassentüren wird der Einflug von Wespen in das Gebäude erschwert. Speisen sollten, wenn sie außerhalb des Gebäudes stehen stets abgedeckt werden. Kinder sollten immer mit Strohhalmen aus Gläsern oder Flaschen trinken.

Beim Überqueren von Liegewiesen oder in Freibädern sollten die Fußsohlen geschützt werden, da hier viele von Wespen angeflogene Nahrungsreste auf dem Boden liegen.

Wespen besitzen für das Ökosystem eine wichtige Funktion. Neben der Bestäubung von Blüten spielen sie bei der Kadaverbeseitigung eine wichtige Rolle. Sie jagen andere Insekten um sie an ihre Brut zu verfüttern und sorgen so für ein ökologisches Gleichgewicht.

Letztlich sind sie selbst ein Bestandteil der Nahrungskette und dienen anderen Lebewesen als Nahrung.

Deutsche und Gemeine Wespe

Von den sozialen Faltenwespen (Vespidae), die im Siedlungsbereich des Menschen auftreten, sind  zwei Wespenarten als echte Lästlinge anzusehen. Dabei handelt es sich um  die Deutsche Wespe (Paravespula germanica) und die Gemeine Wespe (Paravespula vulgaris).

Im Frühjahr (ab Anfang April) erwachen die jungen Wespenköniginnen der Deutschen und Gemeinen Wespe aus ihrem Winterschlaf und beginnen mit der Suche nach geeigneten Nistplätzen. Die Nester werden an dunkle Stellen gebaut, wo sie vor direkter Durchfeuchtung geschützt sind. Dies können zum Beispiel Plätze auf Dachböden, in Rollladenkästen, Kellern, Geräteschuppen, Komposthaufen, Erdanschüttungen und Rasenflächen sein.

Die Königin baut zunächst das Nest allein und führt solange die Brutpflege durch, bis genügend Arbeiterinnen zur Verfügung stehen, die sie in ihrem Tun unterstützen. Ab diesem Zeitpunkt konzentriert sich die Königin hauptsächlich auf das Eierlegen.

Die Nester können im Laufe des Jahres eine Größe von bis zu 50×50 cm erreichen. Die Zahl der Individuen eines Wespennestes kann zwischen 1.000 bis 5.000 (Gemeine Wespe), bei der Deutschen Wespe bis zu 7.000 Tiere betragen.

Ende September bis Anfang Oktober schlüpfen neue Königinnen und Wespenmännchen. Nach der Befruchtung der Königinnen sterben die Männchen bald ab, während die Königinnen das Nest verlassen und sich ein Winterquartier suchen. Das Faltenwespenvolk löst sich auf. Das Nest wird im darauf folgenden Jahr von diesen Wespenarten nicht wieder besiedelt.

 

Deutsche und Gemeine Wespe

Die Deutsche und die Gemeine Wespe treten besonders auffällig im Spätsommer bis Herbst auf. In diesem Zeitraum beginnen ihre natürlichen Nahrungsquellen zu versiegen.

Zu dieser Zeit sind sie besonders häufig an Zuckerwaren und zuckerhaltigen Getränken, Fleischwaren und auch Teigwaren, wie Zuckerschnecken und Obstkuchen, zu finden. Im Volksmund werden sie auch als „Kaffeetischwespen“ bezeichnet.

Die Deutsche und die Gemeine Wespe sind durch die schwarz-gelbe Musterung gut erkennbar. Diese Warnfärbung wird wahrscheinlich nur von Wirbeltieren wahrgenommen.

Der Giftstachel dieser Tiere dient zur Verteidigung, aber auch zum Töten von Beutetieren. Der Stich einer Wespe kann beim Menschen über Tage anhaltende Schwellungen verbunden mit Schmerzen verursachen.

Bei Personen mit normaler Reaktion auf das Wespengift besteht auch nach mehreren auf einmal erhaltenen Wespenstichen keine lebensgefährliche Bedrohung (LD 50 für Ratten: 154 Stiche/kg Körpergewicht)

Gefährlich wird der Stich einer Wespe, wenn er direkt in den Mundraum gesetzt wurde. Das Anschwellen der Zunge kann schnell zu Erstickungsanfällen führen. Auch Personen die allergisch auf Wespengift reagieren sind nach einem Stich im höchsten Maße gefährdet (Anaphylaktischer Schock).

Wespennester, die unter Dachüberständen (Sächsische Wespe) oder freihängend in Gebüschen entdeckt werden (Mittle Wespe), stammen von Wespenarten, die eine geringere Volksstärke (bis 400 Einzeltiere) als die Deutsche und Gemeine Wespe erreichen.

Der Lebenszyklus dieser Wespenarten reicht bis Ende Juli. Diese Arten stellen für den Menschen eine weit geringere Bedrohung dar, weil sie auch nicht an Lebensmitteln zu finden sind (keine Kaffeetischwespen). Eine Bekämpfung dieser Wespenarten ist damit in vielen Fällen auch nicht notwendig.

Hornissen (Vespa crabro) gehören ebenfalls zu den sozialen Faltenwespen. Sie sind zwar größer als andere Wespenarten, eine größere Gefahr geht von diesen Wespen jedoch nicht aus.

Hornissen sind friedliebende Tiere deren Gift nicht stärker ist als das anderer Wespenarten. Hornissen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§20) als besonders geschützte Tiere eingestuft.

Hornissen dürfen ohne besondere Genehmigung der zuständigen Behörde weder beunruhigt, gefangen, verletzt und getötet werden. Dieser Schutz bezieht auch ihre Nester, sowie alle Entwicklungsstadien mit ein. Gleiches gilt auch für alle heimischen Wildbienenarten und Hummelarten.